Zylinderkopf |
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Nach der Überprüfung auf Verzug erfolgt als erste Maßnahme, alle Ventilsitze gegen bleifreitaugliche zu ersetzen. Ventilführungen und Ventile werden ebenfalls alle ersetzt. Selbstverständlich kann man noch gute Ventile beibehalten, sie bergen aber die Gefahr, ihre neue Führung ggf. schneller aufzureiben, da wohl kein gebrauchtes Ventil 100%ig in Ordnung ist.
Wenn der Kopf schon beim Spezialisten ist, kann dieser auch gleich die Brennräume auslitern (= Volumen aller Brennräume abgleichen) und die Gußgrate im Ein- und Auslaßbereich für einen besseren Gaswechsel beseitigen. Sollte das Budget knapp sein, so kann auf diese Optimierungen ohne Qualitätseinbuße verzichten werden.
Als Zylinderkopfdichtung gibt es auf dem Markt neben der Standardstärke mit 1,50mm (0,60") auch noch eine verstärkte, welche um 0,55mm (0,02") dicker ist. Sie bietet neben einer höheren Standfestigkeit auch einen gewissen Ausgleich für den Fall, daß man den Kopf hat planen müssen.
Jetzt stellt sich noch die Frage, um wieviel kann man ggf. den Kopf planen kann. Die Antwort ist, 0,30mm problemlos, unter Verwendung der Standarddichtung. Hieraus ergibt sich dann eine Kompression von etwa 12,0 bar. Man kann zwar bis zu 1,00mm gehen, aber ab da wird die Kompression so hoch, daß der Motor ab und zu beim Abstellen nachläuft. Ab 0,60mm (0,24") sollte man deshalb die dickere verstärkte Kopfdichtung verwenden.
Unter Verwendung der Standarddichtung hier eine kleine Übersicht:
| geplant um: | Kompression 8V-Motor: | Verdichtung 8V-Motor: | Kompression 16V-Motor: | Verdichtung 16V-Motor: | 0,00 mm | 10,50 bar | 9,25 : 1 | 11,00 bar | 9,50 : 1 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 0,30 mm | 11,50 bar | 9,52 : 1 | 12,00 bar | 9,78 : 1 | |||||
| 0,45 mm | 12,50 bar | 9,66 : 1 | 13,00 bar | 9,93 : 1 | |||||
| 1,00 mm | 14,00 bar | 10,22 : 1 | 14,50 bar | 10,53 : 1 |
Mit der Erhöhen der Kompression sollte auch die Erhöhung des Öldrucks, der normal 1,5 - 3,0 bar beträgt, einher gehen. Die einschlägigen englischen Teilelieferanten (Siehe Ersatzteilquellen!) bieten hierfür verstärkte Ölpumpen an, die den Öldruck auf 3,0 - 5,0 bar anheben. Da der einzige Unterschied zur Standardpumpe die Feder im Inneren ist, ist es wesentlich preiswerter und doch ausreichend, nur diese zu ordern und auszutauschen!
| Beim Anziehen der Bolzen/Schrauben ist es wichtig, die Reihenfolge des Anzugschemas sowie die Kontrollintervalle einzuhalten. D.h. Zylinderkopf mit 85Nm nach Chema anziehen, Motor warmlaufen und abkühlen lassen und wieder mit 85Nm nachziehen. Anschließend dies alle 100km so oft wiederholen, bis sich die Zylinderkopfdichtung gesetzt hat und sich nichts mehr nachziehen läßt. Ein Abweichen von dieser Prozedur gefährdet die Kopfdichtung massiv, was jeder erfahren kann, der die im offiziellen Werstatthandbuch beschriebene Prozedur anwendet und erst nach 1.000km das erste mal nachzieht! |
Sind die Ventilstößeltassen eingelaufen, gibt es eine Übergröße (0,10" = 0,254mm). In diesem Fall sind die Führungen mittels einer Reibahle entsprechend aufzureiben. Größer gibt es sie nicht, dann ist Material aufzuschweißen und anschließend aufzureiben. Das gleiche gilt für 16V-Motoren, welche die gleichen Stößeltassen haben.